Turnier in Luthe 2006

Leider fehlen uns hierzu noch die Bilder, aber wir hoffen, dass Euch Kathys Bericht hilft, sich alles bildlich vorzustellen!



Turnierwochenende beim HSV Luthe

oder: Warum Regen Hundemenschen nur noch hartnäckiger macht

Ok, wie der Untertitel des Obertitels schon sagt: Das Wochenende hatte ein grobes Thema: Regen. Jedenfalls am Samstag.
Es sollte unser erstes Turnier werden, für das wir uns fünf Monate lang allerlei schaulustigen Passanten, der prallen Sonne und anderen extremen Strapazen ausgesetzt hatten. Wir fanden, wir hätten da als universelle Belohnung ein wenig Sonnenschein verdient. Über uns. In unserem Land. Auf unserem Kontinent jedenfalls.

Ich hatte die Hoffnung fast gänzlich aufgegeben, als wir bei Hannover mit unserem vollbepackten Passat, in dem außer den Hunden niemand mehr Platz als für seine gequetschten Arschbacken hatte, direkt auf den Himmel der Hölle zu steuerten. Alles war schwarz und dunkel und nass wie Spongebob in seinen schlimmsten Zeiten. Aber jetzt waren wir schon unterwegs und umdrehen war absolut keine Option, weshalb das Motto der Stunde einfach die totale Ignoranz des Wetters war, was bei akutem Starkregen nicht immer ganz einfach war.
Als wir (dank der guten Wegbeschreibung) ohne nervenzerfetzende Verfahraktionen am Platz des HSV Luthe ankamen, hatte sich der Starkregen auf jeden Fall schon mal in mittelstarken, aber immer noch recht motzig wirkenden Nieselregen verwandelt.

Als erste Amtshandlung haben wir also schlauer Weise erstmal unsere Zelte aufgeschlagen, denn viel trockener sollte es erstmal nicht werden. Also ab in die figurbetonte Regenhose und warmspielen im Dauerregen. Traumhaft. Jedenfalls konnte man so mal testen, wie sich die Frisbeescheibe der persönlichen Wahl wohl anfühlen würde, wenn der eigene Hund spontan vor einem himalayagroßen Berg aus Rinderhack stehen würde und seinen Speichel deshalb nicht mehr ganz unter Kontrolle hätte. Glitschig möchte ich mal sagen...

Das Dartbee hat trotzdem Spaß gemacht und ab 16h war es dann auch endlich mal trocken, so dass die Endrunden und die Siegerehrung im Trockenen stattfinden konnten.

Dass die Nacht in den etwas regenbelasteten Zelten total angenehm und im Groben eine recht getreue Imitation eines subtropischen Kleinklimas war, muss ich wohl nicht extra betonen. Wohl aber den Fakt, dass ich in der Nacht mindestens 70000mal erwacht bin mit der grauenvollen Erkenntnis, dass der Starkregen zurück ist. War er aber gar nicht. War nämlich das Klärwerk gleich nebenan, das so lieblich und leise vor sich hingluckerte, dass ich dachte, das Zelt kollabiert jeden Moment unter den niederkommenden Wassermassen.

Im Gegensatz zu meinem Nacken hat das Zelt die Nacht aber gut überstanden. Die Hunde haben auch gut und fest geschlafen und Nicoles und meinen Rücken auf wunderbare Art und Weise mit ihren trampelnden Pfoten massiert. Wir waren also alle fit und ausgeruht für Tag zwei, der immerhin schon mal ohne das heiß geliebte Himmelsnass begann. Und nach der kulinarischen Einnahme von Nutellabrötchen und Kaffee konnte es meinerseits auch im wachen Zustand losgehen.
Das Wunderbarste war echt der nicht vorhandene Regen, ich muss es einfach nochmal betonen, denn es wäre für alle Beteiligten und die Veranstalter mehr als unangenehm gewesen, alle Küren und die Minidistance im Regen stattfinden lassen zu müssen. Das Turnier lief mit der ersten Freestylerunde gut an und wir hatten genug Notfalltropfen intus, um die Aufregung vor dem ersten Start nicht äußerlich sichtbar werden zu lassen. Aber alles, was man verdrängt sucht sich irgendwo ein anderes Ventil, so auch unsere Aufregung.

In diesem Fall hat sich die Aufregung gedacht, dass es doch ganz hilfreich sein könnte, sich über etwas anderes aufzuregen, als über den eigenen Start. Zum Beispiel könnte man sich lieber darüber aufregen, dass man sich aus dem eigenen Auto ausgesperrt hatte, indem man den Schlüssel beim Hund im Kofferraum liegen gelassen und die Klappe in der Gewissheit zugeschlagen hatte, jener Schlüssel läge auf dem Autodach. Tat er aber nicht. Er lag bei meinem Hund im Auto, der sich nach kurzen wehmütigen Betrachten unsererseits einfach drauf legte. Alles dicht, kein Rankommen. Super. Aber eine Ablenkung vom Freestylestart.

An dieser Stelle mal ein großes Dankeschön an all die Leute, die uns mit Hilfe und Drahtschlingen zur Seite standen. Ein kleiner Fensterspalt war nämlich (wegen des Hundes...) offen, aber die Mistkarre hatte natürlich Zentralverriegelung und so hat sie sich strikt geweigert, ihren kleinen Nupsi zum Türöffnen frei zu geben. Das hat dann erst der ADAC geschafft und ich habe hiermit gelernt, dass man verschlossene Autos mit Zentralverriegelung öffnen kann, wenn man sie von der Batterie nimmt. Leider hat daraufhin das Radio gedacht, es wäre einer grauenvollen Autoverschlepperbande in die Hände gefallen und bereits auf dem Weg nach Polen und wollte darum nicht mehr funktionieren.
Nun ja... aber mein Hund war befreit und wir konnten etwas verspätet am Ende der ersten Runde doch noch starten. Nach diesem Zwischenfall fand das Turnier dann so statt, wie ich es mir erhofft hatte. Trockenes Wetter, gute Musik, tolle Hunde und nette Leute. Mit der Organisation lief meines Erachtens nach alles super, keiner musste warten und die Siegerehrung konnte auch noch stattfinden, bevor das nächste Gewitter kam und das Wochenende auf seine ganz eigene donnernde Weise für beendet erklärte. Aber Spaß hats gemacht und wir freuen uns schon aufs nächste Mal...!